14.09.2016

Qualitätssteigerung in der Ernährungsberatung – EUROKEY ist Entwicklungspartner im DiDiER-Projekt

Bislang basiert die Ernährungsberatung vor allem auf dem direkten, auf Expertenwissen gestützten Austausch zwischen dem Kunden und einem Dienstleister. Durch den Einsatz sensorgestützter IT könnte diese Interaktion bald qualitativ erheblich verbessert werden.

Dieses Ziel verfolgt in den nächsten drei Jahren das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projekt DiDiER („Digitalisierte Dienstleistungen im Bereich der Ernährungsberatung von Personengruppen mit erhöhten gesundheitlichen Risiken bei Fehlernährung“). Indem patienten- und dienstleistungsrelevante Informationen digital verfügbar gemacht werden, soll die Beratungsqualität von Dienstleistern im Bereich der Ernährungsberatung erheblich verbessert werden.

Die Erfassung der Informationen erfolgt mittels mobiler Geräte, wie z.B. Smartphones oder über Sensoren. Durch den Zugriff auf diese digitalen Informationen können sich Berater besser auf den einzelnen Patienten vorbereiten, da die Daten früher und ohne subjektive Wahrnehmungsverzerrungen bereitstehen. Patienten und Berater profitieren gleichermaßen vom Zugriff auf diese externen Wissensbasen.

Gleichzeitig muss aber auch der Sorge vor einem Datenmissbrauch Rechnung getragen werden. Anstatt, wie bei Apps auf mobilen Geräten sonst üblich, die Daten an einen zentralen Verarbeitungsserver in der „Cloud“ zu liefern, dort zu verarbeiten und anschließend dem Kunden die gewonnenen Erkenntnisse zurückzuspielen, verbleiben die persönlichen Gesundheitsdaten hier beim Patienten und werden in seiner speziell für Sicherheit und Vertraulichkeit entwickelten IT-Umgebung der sog. „Home Cloud“ gespeichert.

Den Dienstleistern wird, autorisiert durch den Patienten, die zeitlich begrenzte Möglichkeit eingeräumt, Programmkomponenten auf die Box zu übertragen und dort auf der Basis der vorgehaltenen Daten Auswertungen vorzunehmen. Nach Ablauf der Nutzungsberechtigung werden die Programmkomponenten von der Box deinstalliert und das Zugriffsrecht für den Dienstleister zurückgenommen. Auf diese Weise behält der Patient die volle Kontrolle über seine Daten.

In dem vom Oldenburger OFFIS – Institut für Informatik koordinierten Projekt arbeiten mehrere hochkarätige Forschungszentren, Hochschulen und Unternehmen, wie z.B. DFKI, Hochschule Kaiserslautern oder T-Systems, zusammen. Im Rahmen dieser Partnerschaft übernimmt  EUROKEY die Entwicklung der „Home Cloud“, um Daten sicher und verlässlich in der Patientenumgebung zu speichern und zu verarbeiten.

Zunächst definiert EUROKEY gemeinsam mit den Partnern die Anforderungen an die notwendige Hardware und wählt eine entsprechende Hardware-Box als Entwicklungsgrundlage aus. Diese Box wird später Daten von verschiedenen Sensoren sowie über mobile Endgeräte eingegebene Daten entgegennehmen und speichern.

Im zweiten Schritt entwickelt EUROKEY konform zu den rechtlichen Rahmenbedingungen und den strengen Auflagen des Datenschutzes, Mechanismen zur Verwaltung, Installation und Deinstallation der, von den Dienstleistern auf die Box übertragenen, verarbeitenden Programmkomponenten.

Darüber hinaus entwickelt EUROKEY zwei mobile Anwendungen, die Sensordaten und Benutzereingaben verarbeiten und dem Patienten gewonnene Informationen bereitstellen.

Für die Ernährungsberatung entstehen mit diesem Projekt bisher nicht unterstützte Dienstleistungen, die durch die Plattform technisch effektiv und effizient unterstützt werden können.

Informationen finden Sie auch unter www.didier-projekt.de